Accuphase Class-A Stereo-Endverstärker A-75

Ich schreibe hier subjektive Texte über meine Hörerfahrungen. Die technischen Details finden Sie in den PDFs von Accupase. Wenn Sie das interessiert gibt es unten einen Link zum Prospekt.

Vor 5 Tagen hat mir die PIA die neue Class A Endstufe Accuphase A-75 leihweise zur Verfügung gestellt. Ich hatte einen Hörtermin mit Kunden der für mich und für den Kunden sehr gut ausging. Kurzum der Kunde hat eine Accuphase Vor- Endkombi mit dem A-75 als Endstufe gekauft. So sitze ich seit letzten Freitag, sogar in meiner Freizeit im Laden und höre Musik. Ich muss zugeben, daß ich nach 28 Jahren Tätigkeit im HiFi-Business nicht dazu neige, länger als nötig im Laden zu sitzen. Da muss schon so etwas außergewöhnliches wie beim Hören des Accuphase A-75 passieren.

In den letzten Jahren werden sich viele Kunden von mir an solche Aussagen erinnern wie: „Sie haben eine Accuphase A-65 Endstufe? Da brauchen Sie sich keine Gedanken machen. Der A-70 ist hier und dort etwas anders, in den Details auch etwas besser, aber eine A-65 ist ein so guter Verstärker, daß man nicht zwingend an einen Tausch denken muss.“ Das mag zwar kaufmännisch wenig geschickt sein, aber es ist meine ehrliche Meinung und die zählt für mich mehr als schneller Umsatz. Vielleicht macht das meinen Erfolg in diesem hart umkämpften Mark aus?

Seit ich die Accuphase A-75 Endstufe höre, tendiere ich seit langer Zeit mal wieder dazu zu sagen: Kaufen Sie den A-75, auch wenn Sie bereits einen A-70 haben. Wechseln Sie auf diese neueste Class-A Verstärkergeneration von Accuphase! Ich weiß nicht was die „alten Jungs“ in Japan da machen. Meine erste Idee war, daß so ein großer Schritt nach vorne gar nicht sein kann… Nun, ich verlasse mich nicht auf meinen ersten Eindruck, weil der manchmal sehr von meiner Laune abhängig ist. Deshalb habe ich bei der PIA herausgeschunden, daß ich die Endstufe ein paar Tage länger zum Test haben kann. Heute habe ich wieder gehört, wie viele Stunden bisher, ich weiß es nicht und es spielt auch keine Rolle. Mein erster Eindruck hat sich bestätigt: Die A-75 ist anders und subjektiv extrem viel besser, als alles andere was Accuphase bisher an Verstärkern abgeliefert hat. Mir gefällt der A-75 sogar besser als die A-200 Monoblöcke. Die ganz neuen Accuphase A-250 Monos habe ich noch nicht hier gehabt und kann daher dazu noch nichts sagen.

Die Accuphase A-75 Endstufe hat in allen Kategorien einen solch gewaltigen Sprung nach vorne gemacht, daß ich sie schon fast nicht mehr mit den „alten“ Endstufen vergleichen möchte. Mir fehlen im Moment auch noch die richtigen Worte den klanglichen Zugewinn zu beschreiben, der sich nicht in den gängigen Kategorien von etwas mehr Luftigkeit, oder etwas mehr Sauberkeit beschreiben lässt.

Der A-75 ist ganz einfach ein paarmal dynamischer, schneller, treibender und zupackender als alles was ich von Accuphase bisher gehört habe. Klanglich ist es ein reinrassiger Class-A Verstärker, ein richtiger Heißsporn (der tatsächlich heißer als die Vorgänger wird), der aber bei den von mir so geschätzten Tugenden, wie z.B. der Abwesenheit von Härte bleibt. Das „Tier schlägt dabei aber zu“, wie kein anderer Verstärker den ich jemals davor gehört habe. Die innere Dynamik ist das, was den Verstärker auszeichnet. Ich liebe u.a. Blues der manchmal etwas „dreckig“ daherkommt. Mit der Accuphase A-75 ist er noch viel dreckiger. Die A-75 ist nichts für „Warmduscher“ und Langweiler. Wer sanft eingelullt im Plüschsofa hocken will, darf getrost zu Hause bleiben und weiter dösen. Der Accuphase A-75 Endverstärker fetzt einem die Töne um die Ohren, daß es eine wahre Pracht ist. Er erinnert mich im besten Sinn an sehr gute Aktivlautsprecher. Mighty Sam McClain „Joy and Pain“, Jazz at the Pawnshop, K2 Aufnahmen, Fraunhofer Saitenmusik, Céline Bonacina Trio, Tom Waits „Blue Valentine“, André Heller „Stimmenhören“ (Heller hat auch mal gesungen, für die die es nicht mehr wissen), Dead Can Dance „Aion“ oder Herman van Veen und auch Händels Teseo. Alles habe ich mit diesem Verstärker neu erfahren und ich bin noch dabei meine Sammlung weiter durchzuhören. Das faszinierende ist und bleibt: Die Accuphase A-75 ist nicht hart, dabei aber durchgreifend und fordernd, gibt Stimmen faszinierend plastisch wieder, baut fantastische Bühnen mit perfekter Ortung auf, jeder S-Laut bleibt sauber und durchartikuliert… Man muss die A-75 einfach hören um es zu verstehen, Worte sind zu dürr um das klangliche Erlebnis zu beschreiben.

Hier sei ein Einschub erlaubt: Sie können mir glauben, daß ich spinnert genug war, als Student zu jobben, nur um mir mein Hobby leisten zu können. Natürlich kam nur die HiFi Branche für mich in Betracht. Mein damaliger Chef hatte salopp gesagt keine Ahnung von High-End und so habe ich in seinem Studio in Hannovers Innenstadt auch nur das angefasst was ich wollte und das stand in der High-End Abteilung. Den Rest durfte mein Chef machen und das war auch die Bedingung dafür, daß ich dort gejobbt habe. Alles was ich mir in den Jahren meiner Berufstätigkeit zuvor gekauft hatte machte ich zu Geld. Auf mein Auto und teure Kameras und manch anderen Luxus habe ich verzichtet. Eine Class A-Endstufe von Classé Audio mit Namen DR3-VHC und einen Spectral Vorverstärker hatte ich aber in meiner Studentenbude stehen. Die Leidenschaft für Class-A Endstufen stammt übrigens aus dieser Zeit und hat sich niemals geändert. Davor hatte ich Röhrenverstärker und etliche AB-Transistorverstärker.

Eine Erfahrung musste ich im Umgang mit dem Accuphase A-75 Endverstärker ebenfalls machen. Diese wäre, daß der kleinere Vorverstärker C-2450 schon sehr gut ist und sogar viel besser als ich bisher dachte. Ich war der Meinung, daß es sich für mich nicht lohnt einen Vorverstärker unterhalb der Klasse Accuphase C-2850 überhaupt einzuschalten und damit zu hören. Das muß ich nach dem Hören mit dem A-75 komplett revidieren. Es macht mir mit der C-2450 Vorstufe extrem viel Spaß den A-75 zu hören, um nicht zu sagen, er passt famos zur Gangart der Endstufe.

Zugegeben bin ich im Moment sehr enthusiastisch und nach ein paar Stunden hören sehr emotionalisiert. Vor einer Stunde habe ich eine A-75 Endstufe beauftragt und bekomme diese schon morgen, weil ich zum Vertrieb, der PIA HiFI GmbH fahre und mir das Teil abhole.

* Nachtrag: 29.09.2018

Mein Accuphase A-75 ist nun 7 Tage rund um die Uhr gelaufen und eingespielt. Ich habe gestern das erste Mal länger damit gehört. Meine Eindrücke haben sich bestätigt und ich habe mit der Anschaffung die richtige Entscheidung getroffen. Anhören könnte süchtig machen, also bitte mit der notwendigen Vorsicht konsumieren...

Mit welchen Geräten habe ich gehört?

Quellen:
SACD Spieler Accuphase DP-560
(zeitweise mit DA-Wandler DC-37)
SACD-Spieler Accuphase DP-750

Vorverstärker:
Accuphase C-2450
ohne Vorverstärker am DC-37 direkt
Vorverstärker The Difference (Röhre)

Lautsprecher:
Fischer & Fischer SN-570 mod.
Fischer & Fischer SN-470
Dali Rubicon 8
Quadral Aurum Vulkan 9
zeitweise in Kombination mit dem Subwoofer MJ Acoustics Windsor

Hier finden Sie den aktuellen Accuphase A-75 Katalog als PDF.


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